Tolle Romy Schneider Ausstellung in der französischen Filmmetropole Cannes eröffnet.

30 Jahre nach ihrem Tod wird Romy Schneider in Cannes wieder zum Leben erweckt: Die heute eröffnete Ausstellung im „Palais des Festivals“ zeigt nicht nur die wichtigsten Etappen ihrer Karriere als Schauspielerin, sondern viele private Facetten, die eine mal starke, mal schwache, immer aber leidenschaftliche Persönlichkeit skizzieren. Tochter Sarah Biasini war mit vor Ort und sichtlich bewegt von der Schau, für die neben Alain Delon und vielen anderen auch sie private Gegenstände und Fotos zur Verfügung gestellt hat.
So schön wie rührend, so erfolgreich wie im Erfolg ihrer Rolle als Sissi“ gefangen, so mit Talent gesegnet und zugleich vom Schicksal geschlagen – all diese Gegensätze, die die Schauspielerin verkörperte, versuche die Ausstellung „Romy Schneider“ dem Besucher plausibel zu machen, so der Kurator Jean-Pierre Lavoignat am Eröffnungstag in Cannes.
Lavoignat arrangiert dazu Fotos, Dokumente, Kostüme aus Filmen, Szenen aus Fernseh-Interviews, Film-Ausschnitte und immer wieder private Notizen der am 23. September 1938 in Wien als Rosemarie Magdalena Albach-Retty geborenen Schauspielerin. Besonders aus den mit Filzstift auf Zetteln, Fotos und Papierschnipseln flüchtig hingeworfenen Botschaften (etwa an Marlene Dietrich) liest sich eine impulsive, naive und dabei herzensgute Seele heraus, die an Schicksalsschlägen wie dem Tod ihres 14-jährigen Sohnes zerbrechen musste.
Aber auch ihre starken Seiten als emanzipierte Frau in einer Gesellschaft, die gnadenlos hinterherhinkt, beleuchtet die Ausstellung. Zwei Titelbilder des„Stern“ etwa zeigen sie Anfang der 1970er-Jahre, einmal barbusig, einmal als eine unter vielen, die im Kampf gegen den Abtreibungsparagraphen 218 offen gestehen, bereits abgetrieben zu haben.
Tochter Sarah Biasini, heute Mitte Dreißig, beim Tod der Mutter keine fünf, ist extra zur Eröffnung nach Cannes gekommen. Gerührt und gefasst zugleich beantwortet sie Fragen über Romy Schneider und die Ausstellung. Gerührt, „weil es meine Mutter ist, über die wir hier sprechen“, gefasst vielleicht deshalb, weil sie die Stärke ihrer Mutter im Blut hat.
Warum die Schau?, wird sie gefragt.„Weil ich nie ein Buch schreiben würde“, sagt Sarah Biasini(die in Gassin im Var geboren wurde und die ersten Lebensjahre im benachbarten Ramatuelle verbrachte), weil sie in keinem Film mitspielen werde über ihre Mutter (oder gar als ihre Mutter), aber weil sie ihren Eltern etwas schulde. „Dies ist meine Art ihr zu danken“, so die Tochter, die genauso wenig Star sein will wie Romy, als sie mit 18 als „Sissi“ in aller Munde ist. Entstanden sei die„schönste Hommage, die man ihr bereiten kann“ – abgesehen von ihren Filmen, die blieben.
Wer „die französischste aller deutschen Künstlerinnen“ kennen lernen möchte, sollte sich auf den Weg nach Cannes machen – und ein paar Stunden Zeit mitbringen, denn im Vorbeigehen ist die komplexe Schau nicht zu erfassen. Wer sich aber einlässt auf die Zeitreise von Romys Geburt bis zu ihrem frühen Tod im Jahr 1982, der wird „dieses Licht und diese Emotionen, die sie auslöst“, wie Kurator Jean-Pierre Lavoignat das Geheimnis der Aktrice umschreibt, durch und durch spüren.
Audio-Guides werden nicht angeboten, lediglich knappe Erklärungen zu den Exponaten auf Französisch und Englisch.
Die Ausstellung war bis vor wenigen Tagen und mit leicht variierenden Exponaten in der Bundeskunsthalle in Bonn zu sehen, zuvor bei ihrer Weltpremiere in Boulogne-Billancourt bei Paris. Im Palais des Festivals von Cannes erwartet sie die Besucher nun bis zum 2. September täglich von 10.30 bis 20.30 Uhr. Der Eintrittspreis beträgt 11,50 Euro, ermäßigt 9 Euro.
Fotos: ©ABCpix.net/ Rivieratimes /Robert Lebeck.
 JF ABC-onlinemagazin 07.07.2012
 

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